Wie gestalte ich ein bioaktives Gehege?

Das naturnahe Gehege versuche ich seit Beginn dieser Gehege-Gestaltung zu optimieren und den jeweiligen Tieren anzupassen.

Inzwischen habe ich einige Monate Erfahrung mit der Gestaltung und Erhaltung der Bioaktiven Gehege und möchte meine Erfahrungen so gerne mit euch teilen. In der Terraristik sind bioaktive Gehege bereits lange vertreten und durch Bekannte, die schon langjährige Terraristik-Experten sind, habe ich mich ebenfalls an Asseln und Co gewagt. 

Ein Bioaktives Gehege ist ein kleines Biotop indem neben dem Hauptbewohner auch noch kleine, für den Hamster unschädliche, Tierchen und Pflanzen leben. 

 

Voraussetzung für ein Bioaktives Gehege ist meiner Meinung nach ein Glasgehege. Bei einem Holzgehege, auch wenn es durch Lack von innen gegen erste Feuchtigkeit geschützt ist, habt ihr nicht die Einsicht in das Gehege wie bei einem Glasgehege und könnt kaum beobachten. Zudem kann es sein, dass die Feuchtigkeit dennoch ihren Weg in das Holz findet.

 

Zudem benötigt man:

- Aquariumkies (grob)

- Chinchillasand (bspw. von Berkel) 

- Kokoserde (ich nutze die von Grünhopper, habe aber auch Erfahrung mit allkokos und JBL)

- Verstecke wie Korkröhren, Weinreben

- Laufrad (z.B. Rodipet Heureka)

- Sandbad (z.B. kleines Glas-Aquarium, Tonschale)

- Futterpflanzen (z.B. Goliwoog , Grünlilie, Katzengras)

- Sämereien (bspw. aus dem Trockenfutter)

- Wassernapf

- "Bodenpolizei" Asseln und Springschwänze (z.B.: Insekten-Liebe, Bens-Jungle)

 

Gestaltung: Den Bodes des Geheges habe ich mit groben Aquarienkies und ein wenig Chinchillasand bedeckt um Staunässe zu verhindern. 

Großes und schweres Zubehör (Sandbad, Weinreben, Korkröhren) müssen standfest stehen und sollten bereits vor dem Befüllen der Erde im Gehege Platz finden. Holzzubehör muss zwingend mehrfach lackiert werden. Aufgrund der Feuchtigkeit empfehle ich aber Stelzen aus Stahl und nicht aus Holz zu wählen (im Baumarkt neben den L-Profilen zu finden. :-))

Die Kokoserde/Terrarienerde fülle ich abwechselnd mit dem Kies und dem Chinchillasand um das Zubehör herum ein und verteile Asseln und Springschwänze bereits gleichmäßig. (Angefangen also mit Kies und Sand folgt eine 6-7cm Schicht Kokoserde, dann wieder ein wenig Kies/Sand usw.) 

Auch Sämereien sollte man zwischendurch bereits in der Erde verteilen.

 

Die "Bodenpolizei" hilft Schimmel zu vermeiden, zersetzen abgesonderten Urin und Kot und fressen Frischfutterreste zuverlässig. Die Population der Asseln wird durch das Nahrungsangebot reguliert. Normalerweise bekommt man die Kleinen auch nur selten zu Gesicht. Sie gehen nachts auf Nahrungssuche nach oben wenn unten nichts mehr zu finden ist. Dem Hamster stören sich nicht.

 

Weiteres Zubehör sowie Napf, Erlebnisfutter und Futter im Gehege verteilen. Frischfutterpflanzen in einem Ton-Topf oder einer Ton-Schale ins Gehege stellen. Kleine Ableger von der Grünlilie kann man aber auch z.B. in die Erde setzen.

 

Die Pflege des Geheges: Die Kokoserde musste meinerseits nur selten zusätzlich mit Wasser besprüht werden. Zumeist gieße ich nur regelmäßig die Pflanzen. Das Sandbad siebe ich alle paar Tage bzw. auch gerne mal täglich wenn es mit Erde zugeschüttet wurde. Meine Tiere sind sehr aktive Buddler. :-) Die Bodenpolizei musste ich bislang nicht nachsetzen. Frischfutterreste musste ich nur äußerst selten entfernen - ebenso verhält es sich mit Pipiecken! Die Kleinen "Untermieter" leisten also gante Arbeit. 

 

Frischfutterpflanzen: Goliwoog (recht Calciumhaltig daher nicht oft füttern), Grünlilie (Blüten sind giftig und müssen entfernt werden) und Katzengras findet man z.B. in der Zoohandlung. Wichtig ist, die Pflanzen vor dem Umtopfen gut abzuspülen (v.a. die Wurzel) da häufig Dünger verwendet wurde. Ich setze die Pflanzen in Gefäße mit Kokoserde und habe damit gute Erfahrungen. Anfangs ist es möglich, dass die Pflanzen relativ schnell "abgegrast" sind - am besten regelmäßig erst wenig an Pflanzen rein setzen und die Menge steigern. Merken die Hamster, dass stets Frischfutterpflanzen um sie herum sind, fressen sie diese nur bei Bedarf und versuchen nicht sie direkt zu inhalieren. :-) 

Aus den Sämereien des Trockenfutters keimen zudem auch einige Pflanzen - es ist wirklich interessant was sich innerhalb kürzester Zeit in so einem Gehege entwickelt!

 

Erlebnisfutter: Lange war ich mir unsicher, habe aber inzwischen eine Alternative gefunden um dennoch Erlebnisfutter anbieten zu können. Ich hatte Sorge dass die Stiele zu schnell Feuchtigkeit anziehen und anfangen zu schimmeln. Erlebnisfutter biete ich nun aber z.B. im Sandbad oder aber in kleinen Gefäßen (kl. Tontöpfe/Blumentöpfe), gefüllt mit Sand an. Das klappt wunderbar.  (siehe Bild unten)

 

Allgemeine Beurteilung: Ich werde nun nach und nach alle neu einzurichtenden Gehege auf bioaktive Gehege umstellen insofern nichts dagegen spricht. Es ist wirklich interessant zu beobachten was sich in den Biotopen so entwickelt. Liegen gebliebenes Trockenfutter keimt zu kleinen Pflanzen, die Hamster buddeln viele Gänge und wirken viel aktiver und motivierter das Gehege umzugraben. Asseln und Springschwänze vermehren sich super und halten das Gehege wunderbar sauber. Den Hamstern scheinen die Kleinen "Helferlein" gar nicht aufzufallen. Keinerlei Geruchs- und Staubbildung.

Dieses Gehege ist kosten- und zeitintensiver als "normale" Gehege und mit viel Planung und Beobachtung verbunden! 

 

Diese Seite wird stets aktuell gehalten. Ich habe die ersten Gehege dieser Art erst seit Mitte 2021.







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