Wie gestalte ich ein naturnahes Gehege?

Der syrische Goldhamster stammt, wie der Name schon sagt, aus Syrien, genauer gesagt aus Nordsyrien. Dort lebt er in kargen Gebieten, nahe Weizenfeldern oder anderen Anbaufeldern.

So ganz kann man diesen Lebensraum also nicht in ein Gehege bringen. Es gibt jedoch einige Komponenten mit denen sich ein kleines Naturgehege gestalten lässt.


Als Grundbausteine dienen uns Kokuserde, Terrarienlehm und Heu. Wichtig: Bitte keine Blumenerde benutzen! Diese ist gedüngt und schädlich für unsere kleinen Nager.

Zusätzlich benötigen wir Rispen und Ähren wie z.B. Hirse und Flachs, sowie Darikolben, Maiskolben und Sonnenblumenköpfe.

 

Das Erde/Lehm Gemisch wird mit Heu geschichtet. Bitte achtet darauf, dass Gegenstände wie das Haus und Laufrad auf Stelzen stehen, so kann es dem Hamster nicht auf den Kopf fallen wenn er drunter her budellt.

Das gleiche gilt für Weinreben und schwere Korkröhren. Diese sollten vor dem Einfüllen der Erde bereits standfest stehen. (s. Bild unten)

 

Neben des naturnahen Bodengrundes sollte sowohl ein Laufrad als auch ein Sandbad im Gehege zu finden sein. Korkröhren, Weinreben und ggf. Weidenbrücken und/oder Ton Verstecke (vorallem im Sommer!) sind zu empfehlen. Häuser o.ä. sind nicht zwingend notwendig.

 

Häufige Fragen:

Wie oft muss ich das Gehege reinigen? 

Werde ich oft gefragt! Genauso wie bei einem Streu-Gehege sollte man nur die Pipi-Ecke säubern. Also, immer der Nase nach! :-)

 

Die Kokuserde beziehe ich von "Humusziegel", „Amazon“ (JBL Bodengrund Terrarienerde) oder "Allkokos".(unbezahlte Werbung ;-))

Den Terrarienlehm bekommt man in der Terraristikabteilung oder online.

 

Wie steht das Erde-Lehm Gemisch im Verhältnis?

Aus Erfahrungen inzwischen jahrelanger, naturnaher Gehegehaltung kann ich sagen, dass die Erde ohne den (doch sehr staubigen) Lehm besser angenommen wird. Sollte man dennoch Lehm dazu verwenden wollen, hatte ich ein Mischungsverhältnis von 1:5 (Lehm x Erde) Die Erde machte also einen Großteil aus und sorgte zusätzlich mit dem Heu für gute Stabilität in den gebuddelten Gehegen. 

 

Muss ich die Erde regelmäßig befeuchten?

In Syrien leben Goldhamster in einer trockenen Umgebung mit wenig Regen. Im Auslauf stelle ich den Hamstern gerne feuchte Erde zum buddeln an, im Gehege selber ist die Erde nahezu trocken. Beim einfüllen der Erde besteht zumeist eine Restfeuchtigkeit, welche allerdings sehr gering ist und durch ständiges Buddeln schnell verschwindet.

In Holzgehegen besteht zumeist die Gefahr dass die Feuchtigkeit der Erde in das Holz einzieht bzw. Schimmelbildung möglich ist. Letzteres ist natürlich in jeder Gehegeart bei zu weniger belüftung nahe liegend! Bitte achtet also immer auf eine ausreichende Belüftung, unabhänging davon ob naturnahes-, oder Streugehege.

 

Ist so ein Gehege für jeden Hamster geeignet?

Ich würde jedem Halter eines Hamsters ohne Erfahrungen mit Erde empfehlen, dem Hamster die Erde vorerst in einem kleinen Gefäß im Gehege oder im Auslauf anzubieten. So kann der Hamster selber entscheiden ob er die Erde annehmen möchte oder nicht.

 

Wichtig ist, dass man den Hamster gut kennt der in solch ein Gehege ziehen soll. Futtergewohnheiten sind ebenfalls wichtig. Viele meiner Hamster lassen beispielsweise Ähren und Rispen oft unberührt. Sie knabbern sich zeitweise etwas ab, es dauert aber bis das Gehege "leer" aussieht.

Das Gehege sollte also an den Hamster angepasst werden!

 

Frischfutterpflanzen können ebenfalls gerne angeboten werden. Super kann man sich dieses aus dem Trockenfutter in einem Napf ziehen.

 



Hier seht ihr bald eine neue Bilderreihe zum einrichten des naturnahen Geheges!

 

 

 

 

 

 

Kontakt: Nele Krasinski

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